Archiv für den Monat: November 2014

Before I Die … Eine Kunstaktion geht um die Welt

Es ist immer noch November. In der Stadt sind schon die Buden für den Weihnachtsmarkt aufgebaut, aber noch sind sie geschlossen. Auf dem Platz, den wir jeden Tag überqueren, steht schon die große Tanne, aber bis jetzt laufen wir noch daran vorbei, ohne sie wirklich zu bemerken, weil sie noch nicht geschmückt ist. Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Zeit. Auf der einen Seite fällt mir die Umstellung auf die dunkle Jahreszeit schwer: das fehlende Licht, die Kälte, das Grau. Auf der anderen Seite bin ich noch nicht bereit für Schnee und Weihnachtsglitzer, Kerzen und Kitsch. Das muss noch warten. Und gerade das mag ich an dieser Zeit: das Abwarten, das Aushalten, das Nochnicht.

Before-I-Die-Savannah-by-Trevor-Coe

Copyright: Trevor Coe – Savannah, GA. Quelle: beforeidie.cc

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Zu schön, um daran vorbeizulaufen: Wollkunst an der Kurpfalzbrücke

Wenn man an einem grauen Novembernachmittag unterwegs ist und einem auf einmal unerwartet fröhliche bunte Farben und Muster in den Blick fallen, muss man einfach innehalten und stehen bleiben. Das ist mir gestern passiert, als ich auf dem Heimweg aus der Stadt war. Die gesamte neckarabwärts gerichtete Seite der Kurpfalzbrücke war auf einmal eingehüllt von knallbunten, wollenen gehäkelten und gestrickten Kunstwerken.

Schmetterling

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Der wunderbare Wanderzirkus: Der Film zum 3000Grad-Festival

Eine meiner Lieblingsbands der letzten Jahre ist das Skazka Orchestra aus Berlin. Die russisch-deutsche Formation um die Gründer Artur Gorlatschov (Gitarre), Valentin Butt (Akkordeon) und Elena Shams (Schlagzeug) spielen einen wilden Mix aus Ska, Folk, Jazz, Funk und Techno, bei dem einfach niemand stillsitzen kann. Es ist ja immer ein kleines Phänomen, wenn Musiker, die ihre Texte nicht auf Deutsch oder Englisch verfassen, im deutschen Sprachraum erfolgreich sind. Skazka singen überwiegend auf Russisch und dieser Einschlag zeigt sich auch in den Märchenmotiven, die in ihren Titeln und Videos eine große Rolle spielen. Aus der Szene rund um Berlin sind die Skazkas jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Und wenn man mal ein Konzert besucht, sei man vorgewarnt: Ehe man es sich versieht, ist die Nacht durchtanzt. Dabei sind die einzelnen Mitglieder nicht nur verrückte Spielkinder, sondern – sozusagen im Paralleluniversum – klassisch ausgebildete Musiker, die sich auch im Zusammenspiel mit den Berliner Philharmonikern oder der WDR Big Band sehen lassen können. Und so, wie sie sind, passen die mittlerweile fünf Köpfe von Skazka ganz wunderbar zum 3000Grad Festival, auf dem sie regelmäßig auftreten. Weiterlesen