Archiv für den Monat: Oktober 2014

KLANK in der Stadt / Netzwerk Neue Musik mobil

Ensemble KLANK
Gestern war mal wieder so ein Nachmittag, an dem sich alles Unvorhergesehene knäulte und irgendwie erledigt werden wollte – ein später Arzttermin, den ich zusammen mit einem müde gespielten Kind nach der Kita absolvieren musste, ein Buch, das dringend vom Dealer meines Vertrauens abgeholt werden sollte, und etwas zum Abendessen wollte auch noch organisiert werden. Die Stadt war voll und ich versuchte, mein quengelndes Kind bei Laune zu halten und im Kopf zu sortieren, welche Prioritäten zu setzen waren. Und dann waren da auf einmal diese Klänge, ein paar rote Luftballons, und wie durch Zauberhand waren wir aus dem Trott herausgerissen und durften einige Minuten staunen. Weiterlesen

Kritisch hinterhergebloggt: Film ohne Frauen? / 9. Mannheimer Clipaward

„Männer zeigen Frauen & Frauen ihre Brüste“ heißt die filmische Auseinandersetzung von Isabell Šuba mit dem männerdominierten Filmbusiness, der im August im Kino angelaufen ist. Šuba will mit ihrem Film darauf aufmerksam machen, dass es auch in ihrer Branche keine Chancengleichheit gibt, dafür aber noch jede Menge „gläserne Decken“ für Frauen, die nicht vor, sondern hinter der Kamera stehen wollen. Anlass für den Film war Šubas Kurzfilm „Chica XX Mujer“, mit dem sie 2012 zum Filmfestival nach Cannes eingeladen wurde. In diesem Jahr, so stellte die Regisseurin fest, lief kein einziger Film einer Frau im Wettbewerb. Eine ähnliche Erfahrung machte ich neulich auf dem Kurzfilmfestival Clipaward in Mannheim. Ich war nur als Zuschauerin da, aber ich fragte mich trotzdem, was mit den Frauen passiert war. Weiterlesen

Konzentrierte Grenzgänger: Zwei Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse

Jedes Jahr hinterlässt die Buchmesse in mir bei allem Positiven auch ein schales Gefühl: So viele interessante und verlockende neue Bücher, und ich weiß, ich werde sie niemals alle lesen können, selbst wenn ich von morgens bis abends nichts anderes machen würde. Da ich hauptberuflich keine Literaturkritikerin bin, kann ich auch nicht den größten Teil meiner Zeit darauf verwenden, Belletristik zu lesen. So hinke ich mit meiner persönlichen Lektüreliste immer ziemlich hinterher. Trotzdem landen dort nach der Messe immer wieder ein paar Neuerscheinungen, und auch in diesem Jahr sind für mich zwei persönliche Highlights herausgestochen: Robert Seethaler, der seinen neuen Roman „Ein ganzes Leben“ vorstellte, und Nino Haratischwili mit ihrer georgischen Geschichte des 20. Jahrhunderts „Das achte Leben (Für Brilka)“. Weiterlesen

Bye-bye, Summer: Volxtanz auf der Neumarktwiesn

Volxtanz

Traditionell wird in süddeutschen Gefilden der Sommer mit zahlreichen Feierlichkeiten wie Oktoberfesten, Kerwen und Weinfesten verabschiedet. Schunkelnde, alkoholisierte Menschenmassen – hm … Nicht viel weniger alkoholisierte Rentner auf Jazzwanderung im Weinberg – auch eher hm … Aber seit ich am letzten Wochenende auf der „Neumarktwiesn“ am „Zwischenraum“-Kiosk war, glaube ich ein bisschen besser zu verstehen, wobei es bei alldem eigentlich geht: um den Abschied vom Sommer, dieser schönsten Zeit des Jahres, wenn man den ganzen Tag so lange wie möglich draußen herumlungert, die Menschen freier und offener wirken und das Leben zu großen Teilen auf der Straße oder dem Platz stattfindet. Weiterlesen