Archiv der Kategorie: Bücher

Stille und Sturm ‒ Der Bildband im „Auge der Zeit“ über die gefährdeten Sahara-Kulturen

Die Welt dreht sich im Moment mal wieder irre schnell, und man hat oft keine Vorstellung davon, wie es weitergehen wird. Was passiert da gerade – nun auf einmal auch nicht mehr nur weit entfernt, sondern direkt vor unserer Haustür? Hunderttausende fliehen, es ist eine riesige Völkerwanderung, der IS vernichtet wie eine stupide Maschinerie ein Kulturdenkmal nach dem anderen und auch die Kulturen selbst, das heißt: Menschen. Nordafrika und der Nahe Osten, an deren Konflikte und Diktaturen wir uns aus der Ferne gewöhnt hatten, versinken in einem immer größer scheinenden Chaosstrudel. Die Filmemacherin Désirée von Trotha ist seit vielen Jahren in der Sahara unterwegs, trifft die dort lebenden Nomaden und dokumentiert ihr Leben, ihre Kultur. Auch mit ihrem neuen Bildband „Im Auge der Zeit“, den sie zur Frankfurter Buchmesse vorstellt, will sie festhalten, was vielleicht nicht festzuhalten ist, gegen das Vergessen.

U1_ImAugeDerZeit

Copyright: Désirée von Trotha/Cindigo Verlag

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Nachbarschaft geht durch den Magen: Das Kulturkochbuch „Intecreative“

Heute mache ich mal einen kleinen Abstecher in den Kochbuch-Sektor. Das hat damit zu tun, dass mich in letzter Zeit die Flüchtlingsthematik in Deutschland sehr beschäftigt. Ich glaube, dass sie uns in Zukunft noch mehr beschäftigen wird. Pro Monat werden in Deutschland mehr als 15.000 Asylanträge gestellt, davon mehr als 4.000 von Menschen aus Syrien (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Die Stadt Mannheim hilft derzeit der überlastenden Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe aus und nimmt zusätzliche Asylsuchende in der Unterkunft in der Industriestraße auf. Aktuell sind es rund 750 Menschen (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung). Sie hocken in dem betonierten grauen Innenhof und warten darauf, dass es mit ihnen weitergeht – wie, wissen sie nicht. Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie den Flüchtlingen helfen und ihre Integration unterstützen können. Ein besonderes Ergebnis dieses Engagements ist das Kulturkochbuch „Intecreative – Die Welt kocht im Quadrat“, auf das ich beim diesjährigen Nachtwandel im Jungbusch gestoßen bin.

Umschlag Intecreative

Copyright: Katja Lüttig, Ladenburg.

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Konzentrierte Grenzgänger: Zwei Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse

Jedes Jahr hinterlässt die Buchmesse in mir bei allem Positiven auch ein schales Gefühl: So viele interessante und verlockende neue Bücher, und ich weiß, ich werde sie niemals alle lesen können, selbst wenn ich von morgens bis abends nichts anderes machen würde. Da ich hauptberuflich keine Literaturkritikerin bin, kann ich auch nicht den größten Teil meiner Zeit darauf verwenden, Belletristik zu lesen. So hinke ich mit meiner persönlichen Lektüreliste immer ziemlich hinterher. Trotzdem landen dort nach der Messe immer wieder ein paar Neuerscheinungen, und auch in diesem Jahr sind für mich zwei persönliche Highlights herausgestochen: Robert Seethaler, der seinen neuen Roman „Ein ganzes Leben“ vorstellte, und Nino Haratischwili mit ihrer georgischen Geschichte des 20. Jahrhunderts „Das achte Leben (Für Brilka)“. Weiterlesen